Laut einer Studie der Grünen wird der Strom teurer, doch die Energiekonzerne reicher. Die Firmen gäben demnach die fallenden Rohstoffpreise nicht an ihre Kunden weiter. Der Gewinn habe sich sogar seit 2002 verdreifacht. Gerade Konzerne wie E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall fahren Milliardengewinne ein, auf kosten der privaten Haushalte.

Seit 2000 ist der Strompreis um rund 50 Prozent gestiegen. Im kommenden Jahr sollen die Preise nochmals angehoben werden. Der Durchschnitt der Erhöhung liegt bei 8,4 Prozent. Dabei sind insgesamt 48 Millionen Bundesbürger betroffen. Doch die Experten meinen, dass eine solch massive Erhöhung nicht gerechtfertigt ist. Auch erneuerbare Energien werden immer wettbewerbsfähiger und Windstrom liegt mittlerweile viel niedriger im Preis, als der Strom aus fossilen Energieträgern. Auch Atomstrom ist eine sehr kostspielige Angelegenheit. Wenn die Stadtwerke auf die erneuerbaren Energiequellen setzen würden, könnten sie günstiger fahren und es gäbe viel mehr Wettbewerb am Markt.

Die Gründe für die derartige Situation suchen die Grünen in der damaligen Regierung. In der roten Amtszeit haben sich solche Strukturen ergeben, über die heute geklagt wird. Die damaligen Regenten haben nicht im Sinne des Verbrauchers gehandelt. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft erklärt jedoch, dass der Strompreis ohne Steuern und Abgaben seit den letzten zehn Jahres gleich geblieben sei. Für einen Drei-Personen Haushalt bezahlte man im Jahr 1998 nur 38 Euro und dies soll heute immer noch so sein. Doch der Anteil der Steuern ist massiv gestiegen. Von damals 25 Prozent sind diese heute bis auf 40 Prozent gestiegen.

Der Konzern E.ON wies die Studie jedoch zurück. Sie liefere keine genaue Fakten und Zusammenhänge und sei eine Auftragsarbeit gewesen. Tatsächlich meint der Konzern, dass der Strom seit 1998 nicht teurer geworden ist und es müsse berücksichtigt werden, dass die Gewinne in neue Investitionen gesteckt werden. Auch RWE wies diesen Vorwurf zurück. Dabei sei der Gewinn die letzten Jahre zurückgegangen und der Strompreis soll ohnehin bis zu 70 Prozent vom Staat reguliert werden. Auf dem Markt herrsche ein starker Wettbewerb und man habe kaum Spielraum die Preise zu bestimmen.