Eine neue Technologie, die ab Herbst 2011 erstmals einem deutschlandweiten Praxistest unterzogen wird, könnte die Energieeffizienz von Einfamilienhäusern dramatisch verbessert: Das Mikro-KWK, ein kleines Kraftwerk für das eigene Haus, das die bewährte Kraft-Wärme-Kopplung mit neuen Technologien verknüpft.

Hersteller und Versorger arbeiten zusammen

Der Energieversorger E.ON unterstützt in Westfalen-Weser das Projekt des Herstellers Vaillant. Der Gedanke ist hierbei, dass für verbesserte Energieeffizienz Industrie, Gewerbe und Handwerk zusammenarbeiten müssen, um Strom zu sparen und Kostensenkungen zu erzielen. E.ON und Vaillant stellen daher gemeinsam das Mikro-KWK, das komplette Kraftwerk für das Ein- oder Zweifamilienhaus, vor. Das Grundprinzip ist schon länger bekannt: die Kraft-Wärmekopplung ist überall dort effizient, wo man neben der Energie auch die Wärme der Anlagen nutzt. Diese Blockheizkraftwerke werden stets in großer Nähe zum Verbraucher eingesetzt, denn Wärme lässt sich über weitere Strecken nicht ohne Verluste transportieren. Daher ist das Mikro-KWK für den vergleichsweise niedrigen Verbrauch im Eigenheim konzipiert worden.

Die neue Brennstoffzellen-Technologie

Der Prototyp des Mikro-KWK setzt eine neue Technologie ein: es handelt sich um ein wandhängendes Mikro-Kraft-Wärme-Kopplungssystem, das Brennstoffzellen-Technologie nutzt. Dadurch wird bei gleichem Energieeinsatz deutlich mehr Strom als mit herkömmlichen KWK-Systemen erzeugt. Ab Herbst 2011 wird die Technologie dem deutschlandweiten Praxistest Callux unterzogen, bislang werden nur einzelne Projekte in Westfalen-Weser betrieben. Das Heizgerät wird mit Erdgas betrieben, es kann für Neubauten ebenso wie zur energetischen Sanierung genutzt werden. Grundlage sind Festoxidbrennstoffzellen (Solid Oxide Fuel Cells oder SOFC) mit einer Leistung von 2 kW Wärme und gleichzeitig 1 kW Strom. Die Erprobung durch Vaillant läuft seit 2009 im Labor, hierbei wurden die Systeme hinsichtlich der Energieeffizienz weitestgehend optimiert.